Anzeichen für Herpes

Besonders wichtig nach einer Infektion mit Herpes ist natürlich die frühe Identifizierung. Dies hängt sehr stark damit zusammen, dass sich dadurch die Aussichten auf eine schnelle Heilung und die erfolgreiche Behandlung der Symptome deutlich verbessern. Aus diesem Grund ist es von Bedeutung, selbst darauf zu achten, hier passende Voraussetzungen zu schaffen. An welchen Herpes Anzeichen ist es nun möglich, das Krankheitsbild auch als Laie eindeutig zu erkennen und zuzuordnen?

Bei der Primärinfektion, bei der die Erreger zum ersten Mal in den Körper gelangen, ist es in der Regel nicht möglich, die Krankheit eindeutig zu identifizieren. Dies liegt daran, dass sich die Viren nun oft für viele Jahre im Körper befinden und erst später für ein Auftreten der bekannten Symptome sorgen. Erst die Reaktivierung der Viren, die zum Beispiel durch eine Schwächung des Immunsystems durch externe Faktoren hervorgerufen werden kann, werden die Auswirkungen deutlich.

Nun dauert es etwa drei Tage bis drei Wochen, bis sich die ersten klaren Anzeichen für eine Infektion mit dem Herpes simplex Virus zeigen.

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Lippenherpes

Beim Lippenherpes wandern die Erreger nach der Reaktivierung direkt in die oberen Schichten der Haut. Aus diesem Grund ist es dort möglich, sie aufgrund der verschiedenen Empfindung sehr stark wahrzunehmen. Zunächst werden die Betroffenen in der Regel durch ein Spannungsgefühl der Haut darauf aufmerksam. Einige Zeit später gesellt sich dazu ein diffuses Jucken, das besonders an dieser Stelle sehr intensiv zu vernehmen ist. Erst dann beginnt die betroffene Hautstelle zu Brennen, was auf die besonders intensive Reizung der Haut zurückzuführen ist. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es mit antiviralen Medikamenten möglich, den vollständigen Ausbruch des Lippenherpes und die Bildung der charakteristischen Bläschen zu unterdrücken.

In einem zweiten Stadium bilden sich nun auch die Bläschen, die an der Oberfläche der Haut deutlich zu sehen sind. Diese füllen sich mit einer klaren Flüssigkeit und platzen in der Regel nach einiger Zeit auf. Die Betroffenen sollten bei diesem eindeutigen Symptom versuchen, die offenen Stellen möglichst schnell zu säubern und nicht zu sehr mit der Flüssigkeit in Kontakt zu kommen.

Dies hängt damit zusammen, dass sich darin die Erreger befinden und dadurch noch andere Körperstellen und Mitmenschen infiziert werden können.

Genitalherpes

Im Gegensatz zum Lippenherpes ist beim Genitalherpes in manchen Fällen bereits die Primärinfektion deutlich und klar zu vernehmen. Wird der Virus über den Geschlechtsverkehr übertragen, so schwellen die Geschlechtsteile schon nach wenigen Stunden stark an. Dieser Vorgang ist mit starken Schmerzen verbunden, der die Betroffenen schnell darauf aufmerksam macht. Wurde das Virus durch Oral- oder Analverkehr übertragen, können auch der Rachen oder der Enddarm von diesen Symptomen betroffen sein. Nun setzt auch die Bildung von Bläschen im Genitalbereich ein, welche eine Abgrenzung zwischen den unterschiedlichen Geschlechtskrankheiten möglich macht.

Deutlich weniger Anzeichen sind zu vernehmen, wenn das Virus auf anderem Wege übertragen wird. Bei Genitalherpes können schließlich auch Schmier- oder Tröpfcheninfektionen für die Übertragung der Erreger in der Verantwortung stehen. In diesen Fällen kommt es häufig zu einer langen Inkubationszeit, bei der sich die Viren über Jahre hinweg unbemerkt im Körper befinden, ohne für Beschwerden zu sorgen.

Dadurch ist es in diesen Fällen quasi unmöglich, noch Rückschlüsse auf den genauen Zeitpunkt der Übertragung zu ziehen. Das rezidive Krankheitsbild ist zudem deutlich abgeschwächt und sorgt bei den Patienten im Allgemeinen für deutlich weniger intensive Symptome.

Wurde der Genitalherpes beim Geschlechtsakt übertragen oder bricht im Nachhinein aus, so sind folgende Symptome besonders charakteristisch:

  • Bildung von Bläschen im Intimbereich
  • starker Juckreiz im Intimbereich
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • vaginaler Ausfluss

Die Betroffenen fühlen sich zudem oft müde, erschöpft und abgeschlagen. Dies ist auf die Reaktion des Immunsystems zurückzuführen, welches es nun mit einem neuen Fremdkörper zu tun hat. In dieser Situation ist es absolut fatal, dass sich viele Patienten aus ihrer Scham heraus nicht an einen Arzt wenden möchten. Zugleich stellen viele Personen eine Verbindung zur weit verbreiteten Geschlechtskrankheit Tripper her, bei der ähnliche Symptome vorliegen. Da es sich bei Tripper allerdings um eine bakterielle Infektion handelt, sind in diesem Fall auch die versuchten Behandlungen mit Antibiotika nicht vom Erfolg gekrönt.

Gürtelrose

Bei der Gürtelrose unterscheiden sich die Anzeichen deutlich von denen der anderen Infektionen. Aus diesem Grund ist es anhand einiger charakteristischer Merkmale gut möglich, daraus selbst diverse Schlüsse zu ziehen. Dafür sorgt der bekannte Hautausschlag, der auf dem Oberkörper auftritt. Begleitet wird dieser von starken Rötungen und Bläschen, die in der Regel mit starken Schmerzen verbunden sind. Hinzu kommt die Tatsache, dass dieses Phänomen in der Regel nur auf einer Körperhälfte auftritt.

Über dieses Erscheinungsbild lässt sich Herpes Zoster anhand dieser Anzeichen deutlich von anderen Krankheiten auf dem Gebiet unterscheiden.

Auch bei der Gürtelrose bietet sich über eine frühzeitige Identifizierung die Möglichkeit, schlimmere Ausprägungen der Symptome zu verhindern, die häufig mit starken Schmerzen einhergehen. Aus diesem Grund sollte man hier nicht länger zögern, um sowohl eine Behandlung der Symptome, als auch eine antivirale Form der Therapie ins Auge zu fassen.

So ist es möglich, schlimmere Nachwirkungen auf diesem Gebiet gezielt zu verhindern. Wer sich dennoch nicht sicher ist, um welches Krankheitsbild es sich nun handelt, sollte zumindest zügig einen Arzt aufsuchen. Je schneller die Erreger in ihrer weiteren Ausbreitung im Körper gehindert werden können, desto besser ist es möglich, die Erkrankung in Schach zu halten.

Fazit

Am Ende sollten die Anzeichen der verschiedenen Formen dieser Erkrankung in erster Linie als ein Anreiz gesehen werden, sich schnell bei einem Arzt in Behandlung zu begeben. Denn dies ist noch immer der beste Weg, um den oft unangenehmen Symptomen zu entkommen, die damit verbunden sind. Wer selbst die Diagnose wagt, sollte sich vor dem Start einer Behandlung ebenfalls den Rat eines Arztes einholen. Während sich Lippenherpes und die Gürtelrose im Grunde noch recht deutlich zuordnen lassen, fällt die genaue Identifizierung in den meisten Fällen gerade beim Herpes genitalis eher schwer.