Behandlung von Herpes

Besonders wichtig, wenn es zu einer Infektion mit dem Herpes simplex Virus gekommen ist, ist natürlich die entsprechende Behandlung. Je früher mit dieser begonnen werden kann, desto besser sind in der Folge dessen auch die Aussichten auf einen Nachhaltigen Erfolg. Zunächst gilt es allerdings einige Illusionen auszuräumen, die sich rund um die Behandlung der verschiedenen Herpes-Infektionen ranken.

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass eine Infektion mit dem Virus eben nicht im klassischen Sinne geheilt werden kann. Dies bedeutet, dass sich die Viren eigentlich von nun an für immer im Körper des Patienten befinden. Eine Behandlung der Symptome, die damit in Verbindung stehen, ist dabei natürlich sehr wohl möglich. Auf diese Art bietet sich die Möglichkeit, selbst für Besserung zu sorgen und sich so in eine noch bessere Ausgangsposition zu bringen. Zu einem späteren Zeitpunkt merken die Betroffenen in der Regel gar nichts mehr davon, dass sich die Viren in ihrem Körper befinden. Ein neuerliches Ausbrechen der Krankheit ist zwar möglich, kann aber in vielen Fällen sehr schnell eingedämmt werden.

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Die Grundlagen der Herpes Behandlung

Während es bei einem klassischen Lippenherpes nicht notwendig ist, kann es für Gürtelrose und Herpes genitalis durchaus hilfreich sein, Schmerzmittel parallel zur Behandlung einzunehmen. Gerade die Gürtelrose sorgt oft schon bei kleinen Berührungen für größere Schmerzen, weshalb es den betroffenen Patienten gar nicht mehr möglich ist, ganz normal den Alltag zu bestreiten. Bei den diversen Formen des Genitalherpes reicht in aller Regel schon eine Betäubung durch eine lokal aufgetragene Schmerzcreme aus, um den Prozess der Heilung angenehmer zu gestalten.

Weiterhin bilden die Virostatika (wie z.B. Aciclovir) eine weitere wichtige Säule, was die Behandlung angeht. Sie sorgen im Körper dafür, dass sich die Viren von nun an nicht mehr uneingeschränkt in den Wirtszellen vermehren können.

Dadurch bekommt das Immunsystem nun Unterstützung, wodurch die Viren aus dem Körper vertrieben werden können. Wer beispielsweise einen Lippenherpes bereits an der erhöhten Empfindsamkeit von der Haut erkennen kann, wird durch ein schnelles Einsetzen dieser Medikamente sogar noch den endgültigen Ausbruch der Krankheit verhindern können. In welcher Dosierung Virostatika eingesetzt werden und welche Medikamente dabei genau zum Einsatz kommen, darüber sollte im individuellen Fall ein Arzt entscheiden.

Die Wirkung der Virostatika ist vor allem dann belegt, wenn sie von dem ersten Auftreten der Symptome an konsequent auf die betroffenen Stellen der Haut aufgetragen werden. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, die Infektion deutlich positiv zu beeinflussen und die Heilung davon noch schneller erfolgen zu lassen.

Die Behandlung der Bläschen

Die kleinen Bläschen, welche bei den Infektionen mit Herpes in verschiedenen Ausführungen auftreten, sind in der Tat weit mehr als nur ein einfaches Symptom. Vielmehr beinhalten sie eine Flüssigkeit, in der die Viren in einer sehr hohen Konzentration vorhanden sind. Um die Infektion weiterer Körperstellen und die der Mitmenschen zu verhindern, helfen Gele mit Zinksulfat oder desinfizierenden Zusätzen. Diese können eingesetzt werden, um die Bläschen innerhalb kurzer Zeit auszutrocknen. Zugleich kann so das Aufplatzen verhindert werden, welches mit einem hohen Risiko der Ansteckung einhergeht.

Bereits wenige Tage, nachdem die Gele und Cremes eingesetzt werden, lässt sich schon optisch eine deutliche Besserung erkennen. Die bereits offenen Wunden verkrusten und heilen so innerhalb einiger Tage von selbst ab. Um die Regeneration der Haut im Nachhinein wieder zu fördern, können fettende Cremes eingesetzt werden. Narben bleiben durch diese Behandlung in aller Regel keine zurück, weshalb sie auch von Ärzten vielfach empfohlen wird.

Hausmittel gegen Herpes

Tatsächlich gibt es heute verschiedene Hausmittel, die sich nach wie vor hartnäckig gehalten haben. Leider gibt es dabei von wissenschaftlicher Seite noch keine klaren Aussagen dazu, ob es mit diesen Präparaten wirklich möglich ist, eine aktive Besserung zu erzielen und somit dem Herpes etwas entgegenzusetzen. In der Regel sind es Zahnpasta, Heilerde oder Melissenextrakt, die dabei in den Fokus der Patienten rücken. Studien konnten dabei lediglich zeigen, dass von diesen Elementen verschiedene austrocknende Wirkungen ausgehen.

Diese sind aber deutlich weniger signifikant als bei vergleichbaren Cremes und Gels, die für den Zweck der Behandlung in der normalen Apotheke angeboten werden. Aus diesem Grund sollte lieber davon abgesehen werden, hier zu sehr zu experimentieren.

Die Behandlung intensiver Fälle

Es gibt Patienten, bei denen bereits die körperlichen Voraussetzungen einen Teil dazu beitragen, dass der Verlauf der Krankheit besonders intensiv ist. Die Symptome sind dabei vor allem bei Genitalherpes und Gürtelrose deutlich ausgeprägt und sorgen für ernsthafte gesundheitliche Beschwerden und Risiken. Der behandelnde Arzt kann dabei nach dem individuellen Ermessen ermitteln, ob die oberflächliche Auftragung der Virostatika noch ausreichend ist.

Sollte dies nicht der Fall sein, so bietet sich zugleich die Möglichkeit, den Wirkstoff von nun an in der Form einer Tablette zu sich zu nehmen. Sollte dies noch immer nicht zu einer klaren Besserung der Situation beitragen, kann auch eine kurze Infusion eingesetzt werden, um dem Patienten das Medikament in einer geeigneten Form zu verabreichen.

Was geschieht, wenn ich auf die Behandlung verzichte?

Wer sich nicht dazu durchringen kann, nach der Infektion einen Arzt aufzusuchen, hat vor allem beim klassischen Lippenherpes gute Karten. Dieser klingt in aller Regel schon nach etwa zwei Wochen von allein wieder ab und hinterlässt dabei keine bleibenden Spuren. Anders verhält sich dies beim Genitalherpes und dem Herpes Zoster. So kann der Herpes genitalis zum Beispiel das Risiko fördern, andere Geschlechtskrankheiten zu erleiden, die mitunter deutlich drastischere Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.

Die Gürtelrose ist ohne Behandlung nur mühsam und innerhalb von langer Zeit in den Griff zu bekommen. Schon allein aufgrund der großen Schmerzen, unter denen die Patienten dabei immer wieder leiden, ist dies aber nicht zu empfehlen. Trotz aller Scham ist es daher ratsam, selbst einen Arzt aufzusuchen und das Problem mit ihm zu erörtern. Dies sollte einfach zum Wohle der eigenen Gesundheit geschehen.