Genitalherpes

Genitalherpes (Herpes genitalis) zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Betroffenen werden zumeist durch die Bildung von Bläschen und einen unangenehmen Juckreiz darauf aufmerksam. Häufig wird die Infektion sogar ignoriert, was die Ansteckung weiterer Menschen im Umkreis sehr wahrscheinlich macht. Auch aus diesem Grund handelt es sich in Mitteleuropa um eine der am weitesten verbreiteten Geschlechtskrankheiten überhaupt.

Grundsätzlich können sowohl Frauen, als auch Männer von einer Infektion betroffen sein. Die Erkrankung selbst sorgt dabei nicht unbedingt für schlimme gesundheitliche Schäden. Doch eine Infektion begünstigt in der Folge das Auftreten vieler weiterer sexuell übertragbarer Krankheiten, die in der Regel ernstere gesundheitliche Folgen haben können.

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Die Ursachen von Genitalherpes

Für das Ausbrechen von Herpes genitalis ist häufig das sogenannte Herpes-Simplex-Virus 1 verantwortlich. Allerdings kann auch der Herpes simplex-Virus vom Typ 2, mit dem fast ein Drittel der Bevölkerung bereits infiziert ist, für den Ausbruch der Krankheit in der Verantwortung stehen. Allein die Tatsache, dass Genitalherpes als eine Geschlechtskrankheit definiert wird, bedeutet noch nicht, dass das Virus nur auf diesem Wege übertragbar ist.

Stattdessen kann bereits eine einfache Schmierinfektion, wie durch den gemeinsamen Gebrauch eines Handtuchs oder Glases, ausreichen, um die Symptome zum Vorschein zu bringen. Damit sind die Ursachen für den Ausbruch der Krankheit nicht mehr so klar zu erfassen und auch die Vorbeugung fällt schwerer.

In vielen Fällen erfolgte die Infektion mit Genitalherpes sogar schon in den jugendlichen Jahren. Denn während dieser Zeit kann bereits eine einfache Schmierinfektion dafür verantwortlich sein, dass die Symptome der Krankheit Jahre später im Körper aufbrechen. Häufig bricht die Krankheit dann zu einem Zeitpunkt aus, bei dem das Immunsystem des Körpers bereits durch äußerliche Faktoren geschwächt ist.

Dafür können fieberhafte Erkrankungen, übermäßige Sonneneinstrahlung, aber auch starker emotionaler Stress die Auslöser sein. Rückschlüsse auf den Zeitpunkt der Infektion lassen sich zu diesem Zeitpunkt in der Regel aber nicht mehr ziehen.

Die mit Abstand häufigste Ursache für eine Infektion mit Herpes genitalis ist aber nach wie vor der ungeschützte Geschlechtsverkehr. Durch den direkten Kontakt der Schleimhäute können die Erreger sehr einfach von Mensch zu Mensch wandern. Wird ein Kondom verwendet, so lässt sich dieser Kontakt bereits deutlich einschränken, wodurch auch das Risiko einer Infektion mit Genitalherpes sinkt. Häufig lässt sich der genaue Zeitpunkt der Übertragung der Erreger im Nachhinein nicht mehr bestimmen. Dies liegt daran, dass es oft einige Zeit dauert, bis tatsächlich die ersten Symptome nach der Ansteckung sichtbar werden.

Die Symptome von Genitalherpes

Besonders wichtig für eine erfolgreiche Behandlung des Genitalherpes ist die frühzeitige Erkennung. Deshalb sollten auch die auftretenden Symptome möglichst schnell und zielsicher eingeordnet werden können. Dies bietet die Möglichkeit, schnell entsprechende Gegenmaßnahmen in die Wege zu leiten. Zunächst einmal ist die Überempfindlichkeit gewisser Hautstellen im Intimbereich eines der ersten Anzeichen, welches allerdings häufig übersehen wird. An der Stelle wäre es sogar noch möglich, mithilfe von antiviralen Mitteln eine weitere Ausprägung der verschiedenen Effekte zu verhindern. Erst in einem nächsten Schritt setzt auch die Bildung von kleinen und meist roten Bläschen an den betroffenen Stellen ein.

In einem zweiten Stadium gesellt sich nun auch ein übermäßiger Juckreiz zu den gereizten Stellen der Haut. Je länger der Genitalherpes dabei unbehandelt bleibt, desto größer werden in der Regel auch die betroffenen Hautstellen. Eine Behandlung ist auch deshalb wichtig, um die Ausbreitung der Erreger im Körper weiter zu verhindern. Treten zu diesen Symptomen nun auch Schmerzen beim Wasserlassen auf, so ist dies eines der deutlichsten Signale, welches allerdings häufig falsch interpretiert wird. Gemeinsam mit einer erhöhten Körpertemperatur und Gliederschmerzen gehen die Betroffenen in diesem späten Stadium des Genitalherpes oft davon aus, dass es sich um eine Infektion mit Tripper handelt.

Bei Frauen, die von einer Infektion mit dem Virus betroffen sind, gesellt sich häufig noch vaginaler Ausfluss zu den bereits beschriebenen Symptomen hinzu. Mit dem Einsetzen der richtigen Behandlung stellt sich aber in der Regel schnell Besserung ein.

Wie lässt sich Genitalherpes behandeln?

Aufgrund der vielen Forschungen, die schon zu diesem Thema abgeschlossen wurden, stehen den Medizinern viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Patienten sollten sich allerdings hier darüber im Klaren sein, dass sich die Viren nie mehr ganz aus dem Körper vertreiben lassen. Stattdessen können nur die Symptome behandelt werden, dass nichts mehr von der Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus 1 zu spüren ist. Ein erneuter Ausbruch der Krankheit zu einem späteren Zeitpunkt kann aber ebenfalls nicht ganz ausgeschlossen werden.

Aciclovir
Wird der Genitalherpes noch innerhalb der ersten Tage des Ausbruchs erkannt, so kann das Medikament Aciclovir wirksam für das Zurückdrängen der Erreger verwendet werden. Durch das Virustatikum werden die Viren an ihrer Ausbreitung in den befallenen Wirtszellen gehindert, wodurch die Viren nun durch das Immunsystem des Körpers bekämpft werden können.

Valtrex
Bei einer besonders schweren Form der Infektion wird zusätzlich zur Behandlung mit Aciclovir auch Valtrex eingesetzt. Es wird überwiegend eingesetzt, um die Rückbildung der kleinen Bläschen zu bewirken. Denn darin befinden sich die Viren in sehr hoher Konzentration. Bei ihrem Aufplatzen wäre so die Gefahr gegeben, dass noch weitere Stellen des Körpers mit den Viren in Kontakt kommen.

Famvir
Nach einer Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus 1 wird häufig noch Famvir bei der Behandlung durch den Arzt verschrieben. Hier handelt es sich um ein Präparat, welches einen weiteren Ausbuch der Symptome zu einem späteren Zeitpunkt im Körper verhindert und so für langfristige Unbeschwertheit der Patienten sorgt.

Tatsächlich stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung dank dieser modernen Möglichkeiten gut. Eine wichtige Grundvoraussetzung ist dabei die frühzeitige Identifizierung der Krankheit. Häufig wurden die Betroffenen bereits bei den juckenden Hautstellen aufmerksam, wagten aber aus Scham nicht den Gang zum Arzt. Bei einer sofortigen medikamentösen Therapie wäre es dagegen möglich gewesen, den Ausbuch nicht nur positiv zu beeinflussen, sondern ihn mitunter sogar ganz zu stoppen.

Wie kann ich Genitalherpes vorbeugen?

Angesichts den Folgen, die eine Infektion haben kann, ist es sehr zu empfehlen, selbst einige Maßnahmen zur Vorbeugung ins Auge zu fassen. Dazu zählt zum Beispiel die Verwendung von einem Kondom, durch die der direkte Kontakt der Schleimhäute beim Geschlechtsverkehr klar eingeschränkt werden kann. Zugleich ist ein erhöhtes Maß an Intimhygiene stets von Vorteil, um die Gefahr durch die unsichtbaren Erreger zu mindern.

Da die Viren kurze Zeit außerhalb des menschlichen Körpers überleben und auch durch die gemeinsame Nutzung von Gegenständen übertragen werden können, gibt es hier noch weitere Vorsichtsmaßnahmen. Zunächst sollte Sexspielzeug stets gründlich gereinigt werden. Auch das Teilen von Handtüchern gemeinsam mit einer infizierten Person sollte verhindert werden. Ein gesundes Immunsystem, welches durch eine ausgewogene Lebensweise gefördert werden kann, ist ebenfalls von Vorteil, um sich vor der Infektion aktiv zu schützen.

Am Ende ist es trotz dieser Maßnahmen nicht möglich, das Risiko einer Ansteckung vom Tisch zu wischen. Doch zumindest die Wahrscheinlichkeit, selbst einmal von dieser unangenehmen Infektion betroffen zu sein, sinkt dadurch deutlich ab.